Aus dem Nichts

Schauspiel nach dem Film von Fatih Akin

Theater

Sa 30.Apr22  19:00 Uhr
Großer Saal | Reihenbestuhlung | Abendkasse: 18:30 Uhr



Gastroangebot: Ab 4 Personen bieten wir die Reservierung von Tischen unter 089/666 722 153 an. Bitte den Tisch bis 30 Minuten vor der Veranstaltung besetzen.

Tickets: 22,00 € I 20,00 € I 15,00 €

  

Aus dem Nichts

Kurz

„Aus dem Nichts“ ist die preisgekrönte Bühnenfassung des gleichnamigen, ausgezeichneten Films von Fatih Akin mit Diane Kruger, der hier den rechtstextremistischen NSU-Morden nachgespürt hat. Das politische Drama über die Morde der rechten Terrorgruppe NSU wird als Theaterstück in der Bühnenfassung von Miraz Bezar gezeigt. Im Zentrum des Filmes/der Theaterversion stehen die Opfer des Terroranschlages sowie deren Angehörige und Freunde. „Aus dem Nichts“ ist ein meisterhafter Rachethriller vor dem Hintergrund der deutschen NSU-Morde, der auf ein provozierendes Ende hinausläuft, ein emotionales Drama um Verlust und Trauer. „Der Inszenierung und dem Ensemble um die stark spielende Hauptdarstellerin (gelingt es)….den Blick weg vom Einzelschicksal hin zum Blick auf die gesellschaftlichen Zusammenhänge zu lenken und damit über Akins Film hinauszugehen“, schreibt die „Neue Westfälische“.

 

Länger

 

„Eine Blutspur rechten Terrors zieht sich durch Deutschland“ – so formulierten es Bundestagsabgeordnete nach dem Anschlag von Hanau 2019. Immer wieder müssen sich Sicherheitsbehörden vorwerfen lassen, auf dem rechten Auge blind zu sein. 2017 schuf der renommierte Filmemacher Fatih Akin einen verstörenden Film über die rechtsextremistischen NSU-Morde in Deutschland aus Sicht der Opfer. Im Mittelpunkt Katja, deren kurdischer Mann und Sohn einem Bombenanschlag zum Opfer fallen. „Aus dem Nichts“ heißt das Stück zum Film.

Das politische Drama ist als Theaterstück in der Bühnenfassung des Regisseurs Miraz Bezar äußerst wirksam:

Mit dem Tod ihres Mannes Nuri und kleinen Sohnes Rocco bei einem Bombenanschlag bricht Katjas Welt auf einen Schlag zusammen. Besonders schlimm ist es, dass die Polizei und Öffentlichkeit, sogar Nachbarn, Freunde und Verwandte an Nuris Mit- oder Teilschuld glauben. Nach dem Motto: Warum sollte ein Deutsch-Kurde auch sonst ermordet werden, wenn nicht wegen krimineller Kontakte? An einen rechtsextremen Hintergrund der Tat denkt niemand. Im Gegenteil: Das Opfer wird als Täter abgestempelt. Und selbst vor Gericht, als das schuldige Neonazi-Ehepaar auf der Anklagebank sitzt, findet Katja kein Gehör …

Für Fatih Akin, der mehrere Verhandlungen des NSU-Prozesses besuchte, bestand der eigentliche Skandal nicht darin, dass deutsche Neonazis zehn Menschen getötet hatten, sondern »dass die deutsche Polizei, die Gesellschaft und die Medien alle überzeugt waren, dass die Täter Türken oder Kurden sein müssten, dass irgendeine Mafia dahintersteckte.« Diese Frustration wurde für ihn zur Initialzündung, „Aus dem Nichts“ zu schreiben.

Wenn der inzwischen beendete NSU-Prozess und weitere Anschläge eines gezeigt haben, dann ist es, wie erschreckend stark sich das Problem Rechtsradikalismus in die Deutsche Gesellschaft ‚hineingefressen‘ hat und wie hilflos Rechtsstaat und Gesellschaft Extremismus begegnen.

 

 

 

 

Aus dem Nichts (Film-Trailer)

Anna Schäfer (Foto: Bernd Brunert)

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